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Reiseführer Mexiko (anlässlich Studienarbeit in Malinalco, Mexico) |
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Dass man im Urlaub wegen Taschendieben aufpassen muss und dass die Karibik schön ist, weiß jeder. Welche Hotels gut und welche Strände zu empfehlen sind, steht dann im Reiseführer. Aber die wirklich wichtigen Dinge sagt einem keiner und die hat bislang niemand in einen Reiseführer geschrieben – auch der Lonely Planet hat keine Ahnung, worauf es wirklich ankommt. Wir fühlen uns nach unserem Mexiko-Aufenthalt nicht nur imstande, sondern sogar dazu verpflichtet, das nachzuholen, was Generationen von Autoren versäumt haben: -
„Capulina“ ist das mexikanische Wort für „schwarze Witwe“. Sie ist klein, rund, schwarz mit bisschen rot und wenn sie Lust hat, tötet sie einen. -
Mal abgesehen von der Capulina ist Mexiko ein sicheres Land, in jedem Fall sicherer als Frankfurt. Dafür sind die 20 verschiedenen Polizeiarten und eine unglaubliche Zahl von privaten Security-Unternehmen verantwortlich, oder vielmehr deren Waffen. Es ist z.B. ganz normal, dass in einem Dorf mit 300 Einwohnern auf dem Getränkelaster ein Polizist mit Pumpgun mitfährt. Außerdem kann es schonmal vorkommen, dass man, wenn man in der Karibik nachts am Strand sitzt, Gesellschaft von 10 bis an die Zähne bewaffneten Soldaten bekommt. -
Wenn man in Acapulco essen gehen will, sollte man auf Fisch und das ganze Zeug verzichten und in die „Bratwurst“ gehen. Zu essen gibt es alles, was man nach 6 Wochen Kartierung braucht: Bratwurst, Sauerkraut, Schweinebraten. Die Besitzerin kommt aus Garmisch, verträgt einiges und man kann tolle Sachen von ihr lernen, z.B. dass wegen der Erdplattenverschiebung früher oder später Atlantis wieder auftauchen wird. Wenn man lange genug bleibt und etwas Glück hat, trifft man zu später Stunde Pepe, den Elektriker von Sylvester Stallone und Nicole Kidman, der dann um 12 Uhr nachts stark angetrunken zur (Schwarz-)Arbeit fährt und dabei mit seinem Pickup auch gerne mal den Gehsteig leerfegt. -
Zum Frühstücken kann man dann ins „Punta Bruja“ gehen, sollte aber beim Bestellen beachten, dass der Kellner taubstumm (!) ist. Du kannst erzählen, was Du willst, auch in bestem Spanisch, der Typ achtet nur darauf, wo Du gerade Deinen Zeigefinger hast. Wenn man Pech hat, liegt er gerade auf dem Wort „Pancakes“ obwohl man eigentlich Rührei mit Bohnen will – soll ja alles schon vorgekommen sein. -
Zum Schwimmen sollte man an einen der Hotelstrände gehen, da die im Allgemeinen sauberer als die versifften öffentlichen Strandabschnitte sind. Hier gibt es auch allerhand Annehmlichkeiten wie Sonnenschirme, Liegen, Bier und einen Kellner der das ganze Zeug herbringt. Beim Hotel „Fiesta Americana“ ist allerdings Vorsicht geboten. Wenn man dort nach einem Platz sucht und vom Kellner gefragt wird, ob man in der Mitte oder lieber etwas „an der Seite“ liegen will, sollte man auf jeden Fall „im Zentrum der Mitte“ antworten, weil man sonst ruckzuck am Schwulenstrand landet. Und auch wenn’s abwegig klingt, es soll schon Leute gegeben haben, die trotz eindeutiger Hinweise 5 Stunden am Schwulenstrand verbracht haben ohne es zu merken. -
In Pie de la Cuesta, einem Badeort 12 km nördlich von Acapulco, lässt sich laut einer dubiosen und von Einheimischen viel zitierten Studie der „weltweit schönste Sonnenuntergang“ beobachten. Außerdem gibt es eine Lagune, die man sich im Rahmen einer langweiligen, vierstündigen Bootsfahrt anschauen kann. Allerdings verbringt man 2 der 4 Stunden auf einer 100 mal 100 Meter großen Insel, die von einer 50-köpfigen Familie bewohnt wird und unbestätigten Gerüchten zufolge den Namen „Inzuchtinsel“ trägt. Die Familie betreibt ein Touri-Restaurant, indem früher oder später jeder Besucher landet, da es auf der Insel nichts zu sehen gibt (es ist verboten, die Schweine zu ärgern) und das Schwimmen in der Lagune nicht zu empfehlen ist, da eines der beiden Familienkrokodile dreisterweise sein 2 mal 3 Meter großes Gehege verlassen hat und jetzt die 3 mal 8 km große Lagune sein Zuhause nennt. Einzige Motivation, sich die Tour anzutun ist der Besuch der Drehorte von Tarzan und Rambo2 (!!!). -
In Oaxaca sind diverse Insektenarten fester Bestandteil der traditionellen Küche. Heuschrecken usw. kauft man am besten auf dem Markt, weil’s billig ist und man dort von der 80jährigen Verkäuferin ungefragt gesagt bekommt, dass man „sehr hübsch“ ist. Extra-Tipp: Würmer und Heuschrecken im Verhältnis 1 : 5 kaufen, da man 5 Heuschrecken braucht, um den Geschmack eines Wurmes aus dem Mund zu bekommen. -
Sämtliche Gerichte, die ein „a la mexicana“ enthalten sind nicht besonders scharf und folglich für Touristen gedacht. Wer auf scharfes Essen steht, bestellt die teuren Gerichte oder solche die nach purer Männlichkeit klingen, z.B. „huevos al albañil“ was „Eier nach Klempner-Art“ bedeutet. -
Nachdem in einigen Küchen Mexikos und insbesondere auf dem Markt offenbar niemand weiß, was ein Kühlschrank ist und das einige Lebensmittel darin aufbewahrt werden sollten, empfiehlt es sich, nach dem Essen zu desinfizieren. Dabei hat man die Wahl zwischen Tequila und Mezcal, sollte sich jedoch nicht von Markennamen wie „Don Julio“ oder „Cazadores“ blenden lassen. Der beste und vor allem der landestypische Schnaps reift in PET-Flaschen, die ein Cocacola-Etikett tragen. -
Finger weg von Sonnencremes der Marke „Tropical“. Die sind teuer und riechen dermaßen nach Kokosnuss, dass die Leute denken man hätte nicht im Pazifik, sondern in Piña Colada gebadet. -
Vorsicht bei Bussen der Gesellschaft ADO. Einige Mexikaner glauben, sie müssten mit einem Reisebus umziehen und den kompletten Laderaum vollpacken, sodass normale Reisende, die nur einen Rucksack haben, diesen mit in den Passagierraum nehmen müssen. Der Busfahrer war zunächst nicht begeistert, nach der Zahlung von umgerechnet weniger als 10€ Bestechungsgeld dann aber doch einverstanden. Im Nachhinein ärgert man sich dann doch, dass man als reicher Tourist zu geizig war, seinerseits 10€ zu investieren, damit der Busfahrer den Typen samt seiner Einrichtung am Busterminal zurücklässt. Die Busse haben üblicherweise einen DVD-Player an Bord, was an sich keine schlechte Idee ist. Aber wer mit der Capulina gekämpft, den Drehort von Rambo2 gesehen und sich die Nutella mit der Machete auf die Tortillas geschmiert hat, will im Bus keine 3 Walt-Disney-Filme in Folge sehen. Keine Diskussion! und so sieht’s da aus…  …unser Strand…  …unsere Bude…  …unser Amigo…  …unsere mutierte Killerameise, die das GPS-Gerät fressen wollte…  …unser Schild. Ach ja, falls sich jemand für die eigentliche Studienarbeit interessiert … die ist in der Institutsbibliothek zu finden. Gabino & Nils
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Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 09 May 2006 )
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